Die Schmiede
Die Schmiede wurde wahrscheinlich 1832 in Wohldorf errichtet.
Die Schmiede
Das Gebäude ist ein einfacher, eingeschossiger Fachwerkbau von 16,25 m Länge und 6,90 m Breite. Auffällig ist am Werkstattgiebel die drei Meter tiefe Giebellaube, die durch sechs starken Eichenstämmen abgestützt wird. Derartige Lauben sind in dieser Gegend völlig untypisch. Es wird vermutet, daß der Bauherr währendseiner Gesellenwanderschaft diesen Haustyp kennengelernt hat: ähnliche Lauben sind in den östlichen Landesteilen (Mark Brandenburg, Netzebruch, Ostpreussen) verbreitet. Da sich die Laube sehr gut als wettergeschützter Beschlagplatz für Pferde eignet, hat er sie beim Bau hier erstellen lassen. Im Museumsdorf ist es ein interessantes Beispiel für die Einflüsse anderer Hauslandschaften auf die sonst sehr bewahrende Haltung unserer Vorfahren beim Hausbau.
Der Betrachter der Schmiede sollte noch einen Blick auf das Dach werfen: es ist als einziges Haus mit Tonpfannen (hart) eingedeckt, während alle anderen Gebäude mit Reet (früher Stroh, d. h. weich) gedeckt sind. Üblich war in den Dörfern die billige weiche Eindeckung. Die Mehrkosten für die Tonpfannen mußte der Schmied allerdings in Kauf nehmen, da die Brandgefahr durch das funkensprühende Schmiedefeuer sonst zu groß war.
Der Raum im Inneren der Schmiede wird etwa zur Hälfte durch die Werkstatt eingenommen, die originalgetreu wiederhergestellt wurde. Sie ist im Rahmen der Führungen zu besichtigen, zu Gewerketagen wird sie auch in Betrieb genommen. In der anderen Hälfte des Gebäudes waren die Wohnräume der Familie des Schmiedes untergebracht. Im Wohnteil ist jetzt die Geschäftsstelle, die Bibliothek und das Archiv des Vereins 'De Spieker' untergebracht. Dieser Bereich kann nicht besichtigt werden.
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