360° Panorama   Kohlhoff   Bauerngarten   Schauacker 
 Hausbrunnen   Immenschuur   Gedenkstein   Denk-mal 
 Sonnenuhr   Grabplatte   Kultsteine   Eibe 
 Urnengrab   Insektenhotel 

 

Das Gelände

Unser Gelände ist während der Öffnungszeiten frei zugänglich. Da gibt es - neben den Gebäuden und Tieren - viel zu entdecken: Den Bedürfnissen und Anforderungen eines Bauernhofs um 1900 sind der Gemüse- und der Bauerngarten, unser kleiner Schauacker, die Immenschuur mit der Klotzbeute und der historischen Hausbrunnen nachempfunden. Diese Teile des Geländes werden oftmals in unsere Veranstaltungen mit einbezogen.

Und es gibt noch weitere Sehenswürdigkeiten mit historischem Bezug: Die mächtige alte Eibe, eine Uhr ganz ohne Uhrwerk, geheimnisvolle Kultsteine, ein geschichtsträchtiges Denkmal, ein Urnengrab aus der Eisenzeit, eine Grabplatte mit verwaschener Inschrift und noch einiges mehr.

 

Panorama des Museumsdorf-Geländes

(Bild mit Maus berühren)

 

 

Lageplan des Dorfes

a. Kohlhoff
b. Bauerngarten
c. Schauacker
d. Brunnen
e. Immenschuur
f. Gedenkstein
g. Kultsteine
h. Sonnenuhr
i. Grabplatte
j. Eibe
k. Denkmal
l. Urnengrab
m. Insektenhotel

 

Der Kohlhoff

Zu jedem Bauernhof gehörte ein Gemüsegarten. Dieser Gemüsegarten war so groß, dass in ihm alles Gemüse für die Menschen auf dem Hof für ein Jahr angebaut werden konnte. Auf einem großen Hof (einer sog. „Vollhufe“) lebte der Bauer mit seiner Frau, den Kindern und vier bis sechs Knechten und Mägden, also etwa 12 bis 14 Menschen. Wenn die Frühkartoffeln und das Beerenobst mit in den Gemüsegarten kamen, musste der Gemüsegarten daher eine Fläche von 1200 bis 1500 qm haben. Die Lagerkartoffeln standen mit den übrigen Hackfrüchten auf dem Acker.



Der Kohlhoff im Museumsdorf, der so genannte "Schmiedegarten", hat diese Größe bei Weitem nicht. Er dient überwiegend als Schaugarten und zeigt das typische Bild eines Nutzgartens um 1900. Jedes Jahr wird er so angelegt, dass möglichst viele verschiedene "alte" Gemüsesorten gezeigt werden können. Das Gemüse wird von den ehrenamtlichen Mitarbeitern gesät, gepflanzt, gepflegt und auch gegessen. An bestimmten Tagen (bitte den Ankündigungen entnehmen), wird der Garten geöffnet und erklärt. Dann können auch Pflanzen oder Saatgut erstanden werden.

 

Der Bauerngarten

Unser "Niederdeutsche Bauerngarten" geht auf Ideen von Alfred Lichtwark zurück, der ca. 1913 einen formal gestalteten Bauerngarten mit Blumen im Botanischen Garten in Hamburg anlegte. Nach diesem Vorbild wurde unser Garten 1969 durch das Gartenbauamt gestaltet und 1985 in Zusammenarbeit mit dem Botanischen Institut durch das Kräuterbeet ergänzt. Er ist kein Beispiel bäuerlicher Gartengestaltung, denn in den alten Bauerngärten wurde die Mischkultur gepflegt, so wie im Museumsdorf der "Kohlhoff" - d.h. es wurde insbesondere Gemüse angebaut, Kräuter und Blumen nahmen eine Nebenrolle ein und lockerten das Bild lediglich auf.



Nach Art der klassischen Klostergärten sind die Aufteilung und die strenge Gliederung übernommen. Kreuzförmig verlaufende, gerade, buchsbaumgesäumte Wege führen auf ein Mittelrondeel zu, und teilen den Garten in vier gleichgroße Beete auf. Eine Sitzecke mit Bank, auf der es sich wunderbar ausruhen lässt, lenkt den Blick des Besuchers auf die bunte Blumenpracht und den Harderhof. In den Beeten unseres Gartens erblühen über das ganze Jahr überwiegend heimische, farbenfrohe mehrjährige Stauden, aber auch einjährige Frühlings-, Sommer- und Herbstblumen.

Im Kräuterbeet findet der Besucher etwa 45 verschiedene Würz- und Heilkräuter. Auch einheimische Wildkräuter, die noch in freier Natur zu finden sind, sind in unserem Beet vertreten. Diese wildwachsenden Kräuter pflanzte man in den damaligen Bauerngärten allerdings nicht an, sondern sammelte sie in der Natur.

 

Der Schauacker

Diese Ackerfläche hat die Größe von 500 m², das entspricht 0,2 Morgen. Ein Morgen (2500m²) ist die Fläche, die ein Bauer mit seinem Pferd an einem Vormittag pflügen kann.



Der Schauacker muss im Museumsdorf mehrere Funktionen erfüllen.

Durch den jährlich wechselnden Anbau soll gezeigt werden, wie vor der Zeit der chemischen Spritzmittel die Vermehrung von Unkräutern, Pilzen und tierischen Schädlingen eingedämmt wurde. Dazu wurde zwischen dem Anbau von Hackfrüchten (Kartoffeln, Rüben), von Getreide, von Futter- und Weidepflanzen und von Flachs und Hanf gewechselt.

In jedem Jahr werden auf Teilen des Schauackers so genannte "alte Sorten" angebaut. Mal sind das Hülsenfrüchte (z.B. Bohnen, Erbsen), mal Vorformen von Weizen (Einkorn, Emmer, Dinkel), mal Buchweizen (ein Knöterichgewächs), der früher als Nahrungsmittel auf den kargen Böden der Geest sehr verbreitet war. Durch den Anbau dieser Sorten können wir zeigen, wie sich der Anbau von Feldfrüchten in der Landwirtschaft verändert und entwickelt hat und wovon sich unsere Vorfahren im "alten Dorf" ernährt haben. Auch Veranstaltungen des Museumsdorfes wie der "Kartoffeltag", "Im Märzen der Bauer" oder "Flachs zum Leinen" müssen bei der Anbauplanung berücksichtigt werden, damit dabei alles vom Anbau oder der Ernte bis zum fertigen Produkt gezeigt werden kann.

 

Der Hausbrunnen

Dieser Brunnen wurde als Ziehbrunnen hergerichtet und 2003/05 von Grund auf saniert. Der ca. acht Meter tiefe Brunnen liegt im eiszeitlichen Bett der Saselbek und führt oberflächennahes Grundwasser. Der Wasserspiegel liegt ca. 5m unter der Erdoberfläche. Leider muss der Brunnen, außer bei besonderen Veranstaltungen, ständig unter Verschluss gehalten werden, um ihn vor Verunreinigungen zu schützen und Kinder vor dem Hineinfallen zu bewahren.

 

Wo die Bienen wohnen - Von Klotzbeute und Immenschuur

Schon immer war der süße Honig der Bienen bei den Menschen als Genussmittel sehr beliebt. Die wild lebenden Bienen nisteten ursprünglich in hohlen Baumstämmen.

Die Klotzbeute

Als die Menschen sesshaft wurden, lernten sie, Bienen in künstlich angelegten Nestern anzusiedeln. Hierzu stellten sie an geeigneter Stelle ausgehöhlte Baumstämme auf, so genannte Klotzbeuten (daraus entwickelten sich die "Figurenbeuten") und es entstand der Beruf des "Zeidlers".

Auf Grund einer Initiative des Walddörfer Imkervereins hat die Holz-Bildhauerin Birgitt Jönsson aus Nürnberg im Jahre 2007 diese Klotzbeute mit dem Uhu gestaltet.

Der Immenschuur ("Bienenschauer")

Bereits im Mittelalter lernten die Imker, Bienenkörbe aus Flechtwerk (Weide, Stroh) herzustellen. Zur Wärmedämmung, zur Verbesserung der Standfestigkeit und Vermeidung von Zugluft wurden die Körbe mit einer Mischung aus Kuhdung und Lehm bestrichen. Sie fanden ihren Platz in dem Immenschuur, einem zweistöckigen offenen Unterstand, wie er seit Jahrhunderten im gesamten norddeutschen Raum anzutreffen ist.

Unser Immenschuur wurde durch den Imkerverein Hamburg Walddörfer 1975 errichtet. Der Bienenschauer ist nach Osten offen und erlaubt unseren Tieren dennoch ein wettergeschütztes Unterkommen. Der Imkerverein arbeitet eng mit dem Museumsdorf zusammen, um den Besuchern die Bedeutung der Biene für die Natur und die Menschen bewusst zu machen. In der warmen Jahreszeit können die Besucher einen Blick in das Innenleben eines Bienenvolkes werfen.



Das Museumsdorf Volksdorf veranstaltet von Zeit zu Zeit einen Thementag "Biene und Honig". Dann können die Besucher selbst die Entdecklungsgabel für die Honigwaben nutzen und die Kurbel der Honigschleuder drehen, um sich dann ihren Honig in einem Glas abzufüllen - für die meisten ein faszinierendes Erlebnis.

Interessierte an der sinnvollen, spannenden und nützlichen Imkerei erhalten auf der Internetseite des Imkervereins Hamburg-Walddörfer www.ivhw.de weitere Informationen.

 

Der Gedenkstein

Ehrung für Otto Warnke und Fritz Beyle

Am 18.4.2013 wurde neben den „Kultsteinen“ an der Ecke der Schmiedewiese, gleich beim Eingang, der Findling mit einer Gedenktafel zu Ehren von Otto Warnke und Fritz Beyle feierlich enthüllt.

Durch die Aktivitäten dieser Herren entstand der Gedanke zur Schaffung eines Museumsdorfes. Träger sollte ein neu gegründeter Verein "De Spieker" werden, zu deren Gründungsmitgliedern sie gehörten.

Otto Warnke wurde 1960 Ortsamtsleiter in Volksdorf. Er hatte sich damals für die städtebauliche Entwicklung des Stadtteils eingesetzt und dadurch erreicht, dass eine geplante Durchgangsstraße durch den Eulenkrugpfad zur B 75 und der vorgesehene Abriss der alten, bereits denkmalgeschützten Bauernhäuser mit nachfolgender Wohnbebauung nicht realisiert wurde. Bei seiner Werbung um Mitstreiter gewann er auch den kurz vor seiner Pension stehenden Direktor der Meisterschule für Maler Friedrich Beyle. Fritz Beyle war dann in unermüdlicher Planungs-, Bauleitungs- und praktischer Arbeit und bei der Schaffung der finanziellen Planung federführend und entscheidend tätig.

Friedrich (Fritz) Beyle starb 1997, Otto Warnke im Jahr 2004.

 

Die Kultsteine

Die Fundorte und die Bedeutung der beiden Steine sind nicht sicher geklärt!

Der kleinere Stein im Vordergrund hat eine ca. 30 cm lange muldenförmige Vertiefung, wie sie typischerweise durch das Schleifen von Äxten und Beilen entstanden. Die Benutzungsspuren stammen entweder aus der Steinzeit, könnten aber auch durch die Bearbeitung von Geräten in der Bronze- oder Eisenzeit verursacht worden sein.



Der größere Stein dahinter könnte einen heiligen Ort verkörpert haben. Er trägt oben eine etwa 3 cm breite, über ca. 60 cm gleichmäßig eingetiefte Rinne. Es kann sein, dass diese Rinne zum Auffangen und Leiten von Trankopfern diente.

Möglich ist auch, dass das durch Ausschaben entstandene Steinmehl unter die Nahrung gemischt und damit verzehrt wurde, um die magische Kraft des heiligen Steines auf Menschen zu übertragen.

 

Die Sonnenuhr

Diese Sonnenuhr wurde 1973 als Kunstwerk im Rahmen des städtebaulichen Programms "Kunst am Bau" durch den Bildhauer Uwe Christian Lindemann für das Museumsdorf geschaffen.



Sonnenuhren sind bereits aus der Antike bekannt und bestimmten bis zur Erfindung mechanischer Uhrwerke den Zeitablauf der Menschheit. Der Gnomon (Schattenzeiger) wirft den Schatten der Sonne auf ein Zifferblatt, mit einer Zeitabweichung von weniger als fünf Minuten.

Inschrift: AMICIS QUA LIBET HORA DOCET UMBRA
Übersetzung: "FÜR (die) FREUNDE ZU JEDER STUNDE. LEHRT (es) DER SCHATTEN"
Standort: 53 Grad 35 Minuten nördlicher Breite, 10 Grad östlicher Länge
In dem 1994 herausgegebenen Katalog der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie ist die Sonnenuhr unter Nummer 6593 aufgeführt.

 

Die Grabplatte

Ein Zeitzeuge aus dem 18. Jahrhundert

Volksdorf war – wie alle Walddörfer – schon vor der Reformation und bis zum Jahr 1948 ein Teil des Kirchspiels Bergstedt. Das Timmsche Grab befand sich auf dem Bergstedter Friedhof. Johann Timm war Vollhufner in Ohlstedt, er gehörte dort also zu den größeren Bauern und folglich zur damaligen Oberschicht.

Die Grabplatte von Johann Timm (1688 – 1760) und seiner Ehefrau Magdalena (1691 – 1775) besteht aus feinkörnigem Sandstein. Ende des 20. Jahrhunderts war die inzwischen „ausgediente“, voluminöse Grabplatte (1,40 x 1,98 Meter) einer Friedhofsumgestaltung im Wege. Sie hat nun einen neuen Platz am Spiekerhus gefunden – allerdings ohne das dazu gehörige Grab.

 

Die Eibe

Als diese Eibe am 23. Januar 1976 umgepflanzt wurde, war sie schon ca. 300 Jahre alt. Eiben werden bis zu 1000 Jahre alt und stehen seit 1936 unter Naturschutz.



Ursprünglich stand sie am Südrand der ehemaligen Ferck' schen Hofstelle in der jetzigen Fußgängerzone Weiße Rose und musste der Bebauung weichen. Der damals ca. 15 000 kg schwere Baum wurde in einer aufwendigen Aktion ins Museumsdorf geschafft und an diesem Ort neu eingepflanzt. Hier fügt er sich in Nachbarschaft zu den historischen Gebäuden harmonisch in das Dorfbild ein. In den Gärten des 17. und 18. Jahrhunderts pflanzte man junge Eiben zu Hecken zusammen, den berühmten Taxushecken, die sich zu allerlei seltsamen Gebilden formen ließen. Die hohe Elastizität der Eibenäste war schon im Mittelalter der Grund dafür, dass Bogenschützen aus diesem elastisch zähen Material ihre Bögen fertigten.



 

Denk-mal!

Im Ersten Weltkrieg sind 48 Volksdorfer gefallen. Ihnen errichtete die Gemeinde Volksdorf im Jahr 1925 ein Denkmal am Mellenbergweg - eingebettet in die hohen Buchen des Volksdorfer Waldes gegenüber dem Gasthaus Waldhaus.

Dem damaligen Stilempfinden folgend, zeigte das aus hart gebrannten Mauersteinen / Klinkern gebaute Mahnmal eindeutige Elemente des in Hamburg vielerorts das Stadtbild prägenden Klinkerexpressionismus. Dazu gehörten die in Terrakotta gebrannten Namenszüge der 48 Toten und der Kriegerkopf. Diese Steine wurden von dem damaligen Volksdorfer Dorfpolizisten Oskar Otto Moreitz getöpfert. Das Mahnmal verfiel zusehends und wurde schließlich 1982 abgerissen.

Dank der Initiative eines Spiekermitarbeiters konnten die Namenszüge und der Reliefkopf vor der Vernichtung bewahrt und im Museumsdorf eingelagert werden. Nach einer eingehenden Diskussion in der Mitarbeiterschaft des Museumsdorfes wurde 2007 die vorliegende Erinnerungsstätte konzipiert, die der historischen Bedeutung würdig und angemessen erscheint. Die Namen der gefallenen Volksdorfer sollen stete Mahnung gegen Krieg und Gewalt sein.

 

Das Urnengrab

1967 wurde bei Bauarbeiten an der Straße Schmalenremen ein Urnengräberfeld mit 125 überwiegend zerstörten Urnenflachgräbern gefunden.

Es gehörte in die frühe Eisenzeit und wurde etwa vierhundert Jahre lang benutzt. Damit belegte es eine sesshafte Bevölkerung, die Ackerbau und Viehzucht betrieb, für die Zeit von 500 - 100 vor unserer Zeitrechnung. Die entsprechenden Siedlungsspuren, z.B. Hausreste, wurden nicht gefunden.



Das einzige gut erhaltene Urnengrab wurde von Schülern der Teichwiesenschule unter Anleitung des Bodendenkmalschutzamtes hierher verlegt. Vermutlich handelt es sich um eine Familiengrabanlage.

Man sieht drei große kreisförmige Pflasterungen, in deren Mitte sich je eine Urne mit Leichenbrand und Beigaben befand. Als Beigaben in den Urnen wurden häufig Gewandnadeln, Ohrringe und Gürtelschnallen aus Bronze, teils aus Eisen gefunden. Der Inhalt unserer Urnen befindet sich im Bodendenkmalschutzamt. Die mittlere sichtbar gemachte Urne ist eine Nachbildung.

 

Das Insektenhotel

Besser würde es heißen „Insektenwohnanlage“, denn hier wohnen viele verschiedene Insekten, die nicht in Völkern leben, wie die Bienen beim Imker.

Diese Insekten-Einzelgänger legen ihre Nester in kleinen Höhlen und Gängen an. In der freien Natur nutzen sie dafür oft Gänge, die durch andere Insekten gebaut wurden. In den von uns geschaffenen Löchern in der „Insektenwohnanlage“ fühlen sie sich ebenfalls sehr wohl. Leider finden die Insekten immer weniger Nischen und Fugen, in denen sie ihre Nester anlegen können. Da sie gern gesehene Gäste in Landwirtschaft und Gärten zum Bestäuben von Pflanzen sind und auch vielen Tieren (z.B. Vögeln) als Nahrung dienen, kann die Wohnungsnot mit einer „Insektenwohnanlage“ gemindert werden.

Mit etwas Glück und Geduld kann die Anlage der Naturbeobachtung dienen.